{"id":1695,"date":"2017-07-31T14:00:54","date_gmt":"2017-07-31T12:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerpraxis.net\/?p=1695\/"},"modified":"2017-06-28T11:35:39","modified_gmt":"2017-06-28T09:35:39","slug":"warum-jetzt-auch-turnierbridge-gemeinnuetzig-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerpraxis.net\/de\/2017\/07\/31\/warum-jetzt-auch-turnierbridge-gemeinnuetzig-ist\/","title":{"rendered":"Warum jetzt auch Turnierbridge gemeinn\u00fctzig ist"},"content":{"rendered":"<h4>Auch wenn Turnierbridge kein Sport ist und auch keine privilegierte Freizeitbesch\u00e4ftigung darstellt, so f\u00f6rdert es doch die Allgemeinheit ebenso wie der Sport. Deshalb ist Turnierbridge als gemeinn\u00fctzig anzuerkennen.<\/h4>\n<h4>Hintergrund<\/h4>\n<p>Die Mitgliedsvereine eines Dachverbands von Bridge-Vereinen spielen Turnierbridge in einem deutschen Ligasystem und weiteren nationalen und internationalen Wettbewerben. Das Finanzamt und das Finanzministerium von NRW stuften das Turnierbridge als nicht gemeinn\u00fctzige Freizeitaktivit\u00e4t ein. Der Verband wehrte sich dagegen mit 2 Klagen. Zum einen wandte er sich gegen die K\u00f6rperschaftsteuerfestsetzung des Finanzamts, zum anderen gegen das Finanzministerium, das die Anerkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit abgelehnt hatte. Vor dem Finanzgericht hatte der Verband teilweise Erfolg. Zwar ist Turnierbridge weder Sport noch eine privilegierte Freizeitbesch\u00e4ftigung, es weist jedoch \u00c4hnlichkeiten mit Schach auf und f\u00f6rdert die Allgemeinheit ebenso wie Sport.<\/p>\n<h4>Entscheidung<\/h4>\n<p>Der Bundesfinanzhof folgte dem Urteil des Finanzgerichts.<\/p>\n<p>Zum einen hatte das Finanzgericht zutreffend entschieden, dass die Aufz\u00e4hlung der gemeinn\u00fctzigen Zwecke im Gesetz abschlie\u00dfend ist und dass Turnierbridge nicht unter diese Katalogzwecke f\u00e4llt. Das Bridgespiel ist kein Sport, denn der Begriff des Sports umfasst nur Bet\u00e4tigungen, die der k\u00f6rperlichen Ert\u00fcchtigung dienen. Erforderlich ist eine \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df hinausgehende k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, die durch \u00e4u\u00dferlich zu beobachtende Anstrengungen oder durch die einem pers\u00f6nlichen K\u00f6nnen zurechenbare Kunstbewegung gekennzeichnet ist. Daf\u00fcr gen\u00fcgt allein die Ausf\u00fchrung eines Spiels in Form von Wettk\u00e4mpfen nicht. Eine Ausnahme gilt hier nur f\u00fcr das Schachspiel.<\/p>\n<p>Das Turnierbridge geh\u00f6rt auch nicht zu den privilegierten Freizeitbesch\u00e4ftigungen. Denn die gesetzliche Aufz\u00e4hlung ist insoweit abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Zum anderen best\u00e4tigte der Bundesfinanzhof die Gemeinn\u00fctzigkeit der F\u00f6rderung des Turnierbridge. Der Verband hat einen Anspruch auf Anerkennung als gemeinn\u00fctzig. Ein Zweck, der das Wohl der Allgemeinheit f\u00f6rdert, kann durch die Finanzverwaltung f\u00fcr gemeinn\u00fctzig erkl\u00e4rt werden. Die entsprechenden Voraussetzungen sind beim Turnierbridge gegeben. Turnierbridge ist weitestgehend von Zufallselementen befreit und erfordert ebenso wie Schach erhebliche intellektuelle Anstrengungen sowie hohe Merk-, Konzentrations- und Kombinationsf\u00e4higkeiten. Der Verband organisiert Turnierbridge \u00e4hnlich wie die Sportvereine im Breitensport mit \u00e4hnlich positiven Wirkungen f\u00fcr die Allgemeinheit. Damit f\u00f6rdert er die Allgemeinheit insbesondere auf geistigem, aber auch auf sittlichem Gebiet. Deshalb ist es gerechtfertigt, Turnierbridge ebenso wie Schach als gemeinn\u00fctzig zu beg\u00fcnstigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn Turnierbridge kein Sport ist und auch keine privilegierte Freizeitbesch\u00e4ftigung darstellt, so f\u00f6rdert es doch die Allgemeinheit ebenso wie der Sport. 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